Anmelden Enerpac Rundschreiben:

Neues @ Enerpac

School of Workholding



Enerpac in Action
Kostenlose Kopie als pdf herunterladen.
 

‘Bei der alten Mühle …’

Enerpac-Hydraulik spielt eine Hauptrolle beim Anheben einer alten Mühle

Die Herausforderung, die das Anheben einer kompletten Mühle aus dem Jahr 1699 mit allem Drum und Dran um immerhin zwei Meter mit sich bringt, ist nicht zu unterschätzen.

Die Firma FUNDERINGS- en VIJZELTECHNIEKEN Bresser / van’t Wout Waddinxveen B.V. hat diese 700 Tonnen schwere Aufgabe in drei Tagen unter Einsatz hydraulischer Schneckenpumpenapparatur von Enerpac gelöst. Gleichzeitig wurde die etwas schrägstehende Mühle bei dieser Gelegenheit geradegerichtet. Seitdem wartet die bekannte Oranjemolen, auf Stahlpfählen stehend, darauf, sich auf dem inzwischen verstärkten Deich wieder drehen zu können.

Die Erhöhung des Oranjedijk in Vlissingen zählt zu den letzten Phasen der Deltawerke. Dieser Deich stellt vorläufig noch ein schwaches Kettenglied im Kampf gegen extremes Hochwasser dar und muß, um das Hinterland (Seeland) vor Überschwemmungen zu schützen, um zwei Meter erhöht werden. An sich ist das ein Wasserbauprojekt, das für unsere niederländischen Deichbauer kein einziges Problem darstellt. Nun steht jedoch auf diesem Deich eine historische Mühle aus dem Jahr 1699, die Oranjemolen, die nach Möglichkeit dort auch erhalten bleiben soll. Die Gemeinde Vlissingen als Eigentümer dieser Mühle sah sich vor die Alternative gestellt, die Mühle entweder abbrechen und nach der Deicherhöhung wieder ganz neu aufbauen zu lassen; oder aber die Mühle an Ort und Stelle als Gesamtbauwerk um die benötigte Hubhöhe anzuheben. Aus praktischen Erwägungen und um diese noch täglich im Einsatz befindliche Mühle weitestmöglich intakt zu halten, fiel die Entscheidung für die letztere Alternative.

Ein neues Fundament

Nach selbstverständlich intensiver Vorbereitung wurden die Arbeiten im Zusammenhang mit diesem Projekt Anfang Februar 2001 aufgenommen. Zunächst wurde die Mühle mit einem neuen, etwa 75 cm starken Betonfundament versehen, das zugleich als Trägerplateau beim Anheben des Bauwerks dienen sollte. Beim Einbetonieren dieses Fundaments wurden insgesamt 112 Schraubenspindeln mit einer Länge von ca. 3 Metern, in 28 Gruppen von je vier, rundum und innen in der Mühle eingegossen. An diesen Schraubenspindeln hängt das gesamte Fundament mit der Mühle. Darüber hinaus sind in diesem Fundament, jeweils zwischen vier Schraubenspindeln, entsprechende Aussparungen für die Stahl-Stützrohre der hydraulischen Hubzylinder angebracht worden, die auf dem festen Boden unter der Mühle ruhen.

Zur Ergänzung des Schneckenpumpensystems dienten 28 - in drei getrennte Gruppen unterteilte - doppeltwirkende Hydraulikzylinder von Enerpac mit einer Höchstkapazität von jeweils 50 Tonnen. Bei der Verteilung der Schneckenpumpen über dem Fundament wurde der Schwerpunkt der Mühle berücksichtigt, da an der Seite der Windmühlenflügel mehr Kraft erforderlich ist. Insgesamt wird somit eine Hubkapazität von 1400 Tonnen erreicht.
Die Zylinder ruhen an der Unterseite auf einer Stahlmuffe mit Querprofil, die auf dem Stützrohr befestigt ist. Auf dieser Muffe werden zwei ‘lose’ verstärkte I-Profilbalken angeklemmt, die wiederum mit Muttern an den Schraubenspindeln befestigt sind. Oben auf dem Zylinder ist eine Stahlplatte mit ebenfalls einem verstärkten I-Profil angebracht, die auf dem Kolben aufsitzt und mit Muttern an den vier umringenden Schraubenspindeln befestigt ist

Schritt für Schritt

Nach erfolgter Montage war die Bedienung des Schneckenpumpensystems relativ einfach. Die Druckbeaufschlagung der einzelnen Zylinder erfolgte über eine schwere Enerpac-Pumpe mit drei getrennten Öldurchsatzwerten. Die gesamte Hydraulikanlage wurde von der TOOLS B.V. in Amsterdam (Enerpac-Lieferant) zur Verfügung gestellt. Anläßlich dieses Ereignisses wurde das Aggregat mit einem separaten Reglerkasten versehen, mit dem das Öl unabhängig an die drei Schneckenpumpengruppen weitergeleitet werden konnte.
Bei der Druckbeaufschlagung der Zylinder wurden die Kolbenstangen ausgefahren und drückten die darüberliegende Stahlplatte und somit die Schraubenspindeln, einschließlich der vier untersten Muttern, hoch. Sobald nun der maximale Zylinderhub erreicht war, wurden die vier untersten Muttern nach unten gedreht und die beiden untersten I-Profile wieder auf die Muffe aufgeklemmt, um die Schraubenspindeln in dieser Stellung zu fixieren. Daraufhin wurde die Kolbenstange eingefahren und dann die Muttern nach unten gedreht, um auf diese Weise die obere Platte wieder auf die Kolbenstange aufzuklemmen. Danach konnte der Hubzyklus erneut aktiviert werden. Der jeweilige Fortschritt wurde mit drei einfachen Meßlatten an drei Stellen an der Mühle überprüft.
Auf diese Weise wurde die Mühle Schritt für Schritt insgesamt zwei Meter angehoben und dann über eine starre Verbindung auf den Stützrohren aus Stahl befestigt. Nun muß nur noch auf die Fertigstellung der Deicherhöhung und das Setzen des Bodens gewartet werden. Danach wird die Mühle restauriert und kann dann im März 2002 wieder in perfektem Zustand ihre Arbeit aufnehmen.