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Das nationale und Olympiastadion von Beijing

ENERPAC hilft dem “Vogelnest” von Beijing auf eigenen Beinen zu stehen

National and Olympic Stadium

17. September 2006 – Nach zweijähriger Bauzeit erreichte der wichtigste Veranstaltungsort der Olympischen Spiele 2008 von Peking die endgültige und wichtigste Bauphase seiner Stahlstruktur: Die Demontage der temporären Stütztürme.

78 temporäre Stützen waren erforderlich, um das Vogelnest während des Baus zu stützen

Als sie ihr Stadion der chinesischen Jury präsentierten verglichen die schweizer Architekten Herzog & Meuron ihren Entwurf mit einem Vogelnest. Allen gefiel die Idee eines Vogelnests und sie gewannen die Ausschreibung. Vielleicht wegen der kulinarischen Assoziation: in China ist ein Vogelnest ausgesprochen teuer und gilt als extrem gesund – etwas, das man sich nur zu besonderen Gelegenheiten gönnt.

 

Im Verlauf der Bauarbeiten wurde die kreuz und quer verflochtene Stahlkonstruktion des Vogelnest-Dachs durch 78 temporäre Stahlträger gestützt. Zur zusätzlichen Stabilisierung wurden die riesigen ‘Zweige’ auf den Trägern festgeschweißt. Nach Fertigstellung der Vogelnestkonstruktion mussten die ‘Zweige’ von den Stützträgern getrennt werden, ehe diese demontiert werden konnten. In den meisten westlichen Ländern hätte man für den Hebevorgang Kräne gemietet, damit die Schweißer die Verbindungen zu den 78 Trägern trennen könnten, die im Verlauf der Bautätigkeiten angebracht worden waren. Da es in China jedoch mit extrem hohen Kosten verbunden ist, eine Flotte von 800-Tonnen-Kräne für mehrere Tage zu mieten, suchte man nach einer eleganteren und kostengünstigeren Lösung. Die wichtigsten Voraussetzungen für die gesamte Trennoperation waren Sicherheit, Kontrolle, Stabilität und die Kosten. Deshalb wurde Enerpac zu Rate gezogen, weltweit bekannt für seine unzähligen komplexen Hydraulikanwendungen und auf dem chinesischen Markt vor allem für seine Hydrauliklösungen zum Heben von Dächern (NanTong-Stadion) und Bewegen von Bauwerken (Konzerthalle von Shanghai).

 Lösen der ‘Zweige’ von den temporären Stützen.

Grundsätzlich geht es beim Abkoppeln und Demontieren der temporären Stützen darum, die Struktur synchron und absolut kontrolliert von ihren Trägern zu heben, die Schweißnähte zu trennen, und die Struktur anschließend kontrolliert und synchron stufenweise abzusenken, um die 50mm dicken Ausgleichsplatten entfernen zu können, die während des Baus angebracht wurden. Computergesteuerte Hydraulik schien die perfekte Lösung für derartige Aufgaben, und Enerpac wurde beauftragt, das stufenweise Anheben und Absenken des Daches durchzuführen.

Die kreuz und quer verflochtenen 45.000 t Stahl kurz vor der Fertigstellung.

Die gesamte Konfiguration einschließlich des zentralen Computers, der Satelliten-Computersteuerungen, der 156 doppeltwirkenden Hochdruck-Hydraulikzylinder und der 55 elektronisch gesteuerten hydraulischen Antriebseinheiten wurde von ENERPAC spezifiziert und speziell entwickelt. Zur zusätzlichen Absicherung, Kontrolle und Präzision wurden multifunktionale Ventile, Belastungssensoren, Hubsensoren, Verschiebedetektoren und ein digitales Feedback-System integriert.

Die Konstruktion des Vogelnests basiert auf drei Konstruktionskreisen: einem äußeren, einem zentralen und einem inneren Kreis. Jedem dieser Kreise ist eine spezifische Anzahl von Stützpfeilern zugeordnet, 24 für den äußeren und zentralen und 30 für den inneren Kreis. Zur Lastkontrolle und aus Gründen der Präzision wurden die 78 Stützpunkte einschließlich ihrer Hydrauliksysteme in 10 Abschnitte mit jeweils einer eigenen Satellitensteuerung aufgeteilt. Für den tatsächlichen stufenweisen Hebe- und Senkvorgang wurde jeder Stützpfeiler mit zwei doppeltwirkenden 150-Tonnen-Zylindern ausgestattet. Im Zentralcomputer waren zur vollständigen Kontrolle des Hebe- und Absenkvorgangs alle Last- und Hubdaten vorprogrammiert. Während des stufenweisen Absenkvorgangs wurde das Vogelnest abwechselnd durch die Hydraulikzylinder und die Ausgleichsplatten auf den temporären Trägern unterstützt.

Nach der erfolgreichen Trennung der 45.000 t schweren Stahlstruktur von den temporären Stützträgern stand das Vogelnest vergangenen November erstmals auf “eigenen Beinen”.

Hydrauliksysteme von Enerpac an jedem der 30 Träger des inneren Kreises.

Wichtigste Daten für das Stadion

  • Baubeginn – Dezember 2003

  • Fertigstellung des Daches – Oktober 2006
  • Fertigstellung des Stadions – Ende 2007
  • Gesamtfläche – 258.000 m³
  • Kapazität – 80.000 (nach Ablauf der Olympischen Spiele werden 11.000 weitere temporäre Plätze ergänzt)
  • Struktur – 36 km nicht-ummantelter Stahl Höhe – 69,2 m über dem Boden